Brÿonia alba / Vitis alba - Zaunrübe

 

 

 

 

  

Die männlichen Blüten sind grünweiß und sitzen an langen Stielen in den Blattachseln, die weiblichen sind kürzer gestielt und gelblich weiß. In der Volksmedizin verwendete man die stark giftige Zaunrübenwurzel bei Rheuma und Gicht, bei Erkrankungen der Verdauungsorgane und vor allem als drastisches Abführmittel.
  

Systematische Einordnung: Zaunrüben bilden die Gattung Brÿonia der Familie Cucurbitaceae. Die Rotfrüchtige Zaunrübe heißt wissenschaftlich Brÿonia dioica, die Weiße Zaunrübe Brÿonia alba.

 

    

Brÿonia D6 (Zaunrübe)
Ein Homöopathikum, das im weiten Feld der Erkältungskrankheiten eingesetzt wird und darüber hinaus in der Behandlung von Kreuz- und Kopfschmerzen verwendet wird.

 

Brÿonia alba oder dioica, weisse oder rote Zaunrübe, auch Gicht- oder Teufelsrübe genannt. Bereits Hippocrates und die alten Römer kannten die Heilwirkung der Zaunrübe. Die Urtinktur wird aus der frischen, vor der Blütezeit ausgegrabenen, knolligen Wurzel hergestellt.

Kennzeichnend für Brÿonia ist die ausgesprochene Trockenheit, die wir bei fast allen Krankheiten vorfinden. Der Mund ist ausgetrocknet, die Lippen sind trocken und rissig. Der Patient hat viel Durst auf grosse Mengen kalter Getränke.

 

Brÿonia leidet unter einem trockenen, sehr schmerzhaftem Husten mit stechenden Schmerzen und Wundheitsgefühl in der Brust. Kleinste Bewegungen, z.B. Husten, tiefes Einatmen, und auch Berührung verschlimmern die Beschwerden. Der Kranke presst die Hände während des Hustens gegen die Seite und Brust, um die Schmerzen etwas zu lindern.

Die Magen-Darmbeschwerden sind oft auf die Trockenheit der Verdauungsorgane zurückzuführen. Brÿonia leidet häufig unter Verstopfung; auch die aktuen Erkrankungen sind oft von Verstopfung begleitet.

 

Brÿonia ist ein ausgezeichnetes Mittel bei Entzündungen der Gelenkschleimhäute durch Verletzung, Überbeanspruchung oder rheumatischer Ursache. Die betroffene Stelle wird steif gehalten. Wird das Gelenk mit beiden Händen kräftig zusammengedrückt, kann es langsam bewegt werden.

Typisch für sämtliche Erkrankungen sind die stechenden Schmerzen, die sich durch festen Druck bessern, aber durch leichte Berührung verschlimmern. Alle Beschwerden sind schlimmer durch die geringste Bewegung und besser in absoluter Ruhe.

 

Brÿonia wird in der homöopathischen Literatur auch als Hitzemittel beschrieben, da seine Beschwerden oft durch Überhitzung des Körpers ausgelöst werden.

 

Die Wirkung von Brÿonia ist weniger schnell als bei Aconitum oder Belladonna. Sie geht aber tiefer und hilft oft, wenn die Wirkung dieser beiden Mittel aufgehört hat.

 

Psyche:

Nicht nur der Körper, auch die Stimmung ist „eingetrocknet". Der Patient ist mürrisch, gereizt, ärgerlich, apathisch und will alleine gelassen werden. Er denkt während der Erkrankung an die Arbeit, das Kind an die Schule.

 

Leitsymptome:

  • Starker Durst auf grosse Mengen kalter Getränke.

  • Trockenheit der Schleimhäute (Mund, Lippen, Nase, Darm, etc.).

  • Trockener Husten mit stechenden Brustschmerzen.

  • Hält Brust vor Schmerz.

  • Stechende Schmerzen, die durch kleinste Bewegung und Berührung schlimmer, durch festen Druck und absolute Ruhe besser werden.

  • Harte Schwellung (z.B. Mumps, Brustdrüsenentzündung, Verletzung).

  • Schmerzhafte Steifheit (z.B. Nacken, Rücken, Gelenke).

  

Folgen von:

Überhitzung, heissem Wetter, Sonnenstich, Hitzschlag, Überanstrengung, Ärger, Zugluft, Erkältung.

 

Modalitäten:

V : kleinste Bewegung, Augenöffnen, Wärme, warme Getränke, Berührung, Erschütterung, morgens.
B : Druck, Liegen auf schmerzhafter Seite, Stillliegen, völlige Ruhe, Augenschliessen, Kälte, kalte Getränke, kalte Anwendungen, Alleinsein.

  

Indikationen:

Brustdrüsenentzündung, Durchfall, Fieber, Gelenkentzündung, Grippe, Heiserkeit, Husten, Keuchhusten, Koliken, Kopfschmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Masern, Menstruationsbeschwerden, Mumps, Muskelkater, Muskelschmerzen, Nackensteifheit, Nasenbluten, Nasennebenhöhlenentzündung, Ohrschmerzen, rheumatische Beschwerden (akute), Rückenschmerzen, Schleudertrauma, Schwindel, Sehnenscheidenentzündung, Sonnenstich, Tennisellenbogen, Verstauchung, Verstopfung, Zahnschmerzen, Zerrung.