Ozontherapie SAGOS

 

Ozon- und Sauerstofftherapien

Dr. med. Alexander Balkanyi

 

Ozontherapie

 

Ozon ist als 3-atomige Sauerstoff-Verbindung 03 eine energiereiche Form des normalen Luft-Sauerstoffs (O2), dessen Moleküle aus zwei Sauerstoffatomen aufgebaut sind. Bei Raumtemperatur ist es ein farbloses Gas von charakteristischem Geruch (Höhensonne, nach Gewitter). Aufgrund seiner starken Oxidationskraft und der ausgeprägten desinfizierenden Eigenschaften wird es weltweit zur Wasserentkeimung und Aufbereitung von Trinkwasser (u.a. Zürich) genutzt.

 

Das Medikament Ozon

 

Das medizinische Ozon ist ein Gemisch aus reinstem Ozon und reinstem Sauerstoff. Die Ozonkonzentration variiert je nach Anwendung von 1-100 Mikrogramm/ml (0,05-5% 03), wobei die Gesamtdosis des Ozons durch den Arzt nach Krankheitsbild und Allgemeinzustand bestimmt wird.

 

Medizinisches Ozon hat eine stark ausgeprägte bakterien- und pilztötende sowie vireninaktivierende Wirkung und findet von daher einen breiten Anwendungsbereich zur Desinfektion von infizierten Wunden, aber auch bei bakteriell und virusbedingten Erkrankungen.

 

Die durchblutungsfördernde Eigenschaft nutzt man bei der Behandlung von Durchblutungsstörungen und Revitalisierung.

 

Niedrige Ozonkonzentrationen stimulieren bestimmte Immunzellen dazu, Botenstoffe (Zytokine wie z.B. Interferone oder Interleukine) zu produzieren. Diese informieren andere Immunzellen und setzen so die ganze Kaskade der Immunantwort in Gang.

 

Kleine Ozonmengen - in Form der «Grossen Eigenblutbehandlung» - aktivieren die Produktion von körpereigenen Antioxidanzien und Radikalfängern - Grund der Wirksamkeit bei chronischen Entzündungen.

 

Anwendungsformen

 

Das Einatmen ist in der Ozontherapie tabu.

 

In jahrzehntelanger Erfahrung haben sich die folgenden Anwendungsformen entwickelt:  

  • Die Grosse Eigenblutbehandlung in der Geriatrie, zur Revitalisierung, zur Behandlung von Durchblutungsstörungen sowie bei virusbedingten Erkrankungen und zur generellen Immunaktivierung. 50 bis 100 ml patienteneigenes Blut werden ausserhalb des Körpers (in und mit sterilem Einmalmaterial) mit einer exakt definierten Ozonmenge angereichert, welches mit den roten und weissen Blutkörperchen zu 100% reagiert und deren Stoffwechsel aktiviert. Dieses aktivierte Eigenblut (nicht Ozon oder Sauerstoff!) wird dem Patienten in Form einer normalen Tropfinfusion unmittelbar wieder zugeführt.

  • Die Kleine Eigenblutbehandlung wird als intramuskuläre Eigenblutinjektion zur Immunaktivierung gegeben und zur Revitalisierung, zur Behandlung allergischer Erkrankungen oder generell zur Verbesserung der körpereigenen Abwehr eingesetzt.

  • Die äussere Behandlung von Wunden mit dem Kunststoffstiefel, Beutel, einer Kunststoffglocke oder bei kleineren Wunden auch mit Ozonwasser. Ozonwasser mildert auch Schwellungen und Hauterscheinungen wie Juckreiz und Entzündungen.

  • Die rektale Ozon-Verabreichung bei entzündlichen Darmerkrankungen, für virale Erkrankungen der Leber (Hepatitis) und als Ersatz für die Grosse Eigenblutbehandlung.

  • Injektionen in Gelenke z.B. bei entzündlichen Gelenkerkrankungen (Arthritis, reaktive Arthrosen)

  • Injektionen in verspannte Muskeln bzw. Triggerpunkte in Kombination mit einem Lokalanästhetikum.

Erkrankungen, bei denen Ozontherapie angebracht ist

 

Es gibt eine Reihe von Erkrankungen, die gebessert bzw. geheilt werden können. Dieses belegen zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen. Häufig wird das medizinische Ozon zusätzlich zu anderen Therapieverfahren angewendet.

  • Durchblutungsstörungen: Ihre grösste Wirksamkeit entfaltet die Ozontherapie bei arteriellen Durchblutungsstörungen.

  • Infizierte Wunden: Erheblichen Erfolg erzielt die Ozontherapie bei der Behandlung «offener Beine» (ulcus cruris), des Wundliegens (decubitus) oder von Verbrennungen.

  • Geriatrische (altersbedingte) Erkrankungen: Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, allgemeine Leistungsschwäche, Gangunsicherheit, Schwindelgefühle sowie abnehmende Sehschärfe (z.B. infolge einer Maculopathie) lassen sich günstig beeinflussen.

  • Darmerkrankungen: Kolitis, Fisteln und gewisse Enddarmerkrankungen werden erfolgreich behandelt.

  • Viruserkrankungen: Wie sich durch wissenschaftliche Untersuchungen zeigen lässt, erreicht die Ozontherapie gute Ergebnisse bei der Behandlung von Hepatitis, Herpes zoster (Gürtelrose) und Herpes simplex (Reizbläschen).

  • Rheumatische Erkrankungen: Die Ozontherapie wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd.

  • Krebserkrankungen: Als ergänzende Massnahme bei Krebserkrankungen wird die Ozontherapie seit Jahrzehnten sinnvoll eingesetzt und in den letzten Jahren durch Bestätigung der Immunaktivierung wissenschaftlich untermauert.

Ozontherapie - kurz und bündig

   

Wirkung

Aktivierung des Stoffwechsels der roten Blutkörperchen, verbesserte Sauerstoff- Abgabe an das Gewebe

 

Aktivierung der Immunzellen, Freisetzung von körpereigenen Zytokinen wie Interferone und Interleukine

 

Erhöhung der körpereigenen Antioxidanzien und Radikalfänger-Menge

Einsatz bei folgenden Erkrankungen

Arterielle Durchblutungsstörungen (besonders peripher und cerebral) Revitalisierung

 

Zusatztherapie bei Krebserkrankungen Revitalisierung

Generelle Immunschwäche

 

Entzündliche Prozesse wie Arthritis, Reaktivierte Arthrosen, Gefässerkrankungen, Alterungsvorgänge

 

Härmatogene Oxidationstherapie (HOT)  

 

Bei der Hämatogenen Oxidationstherapie (HOT) findet ein fotochemischer Oxidationsprozess statt. Dabei wird die Strahlungsenergie des UVC-Lichtes mit der Wellenlänge 253,7 nm in chemische Energie umgesetzt. Auf diesem Wege entstehen energiereichere aus energieärmeren Verbindungen. Es bildet sich das äusserst kurzlebige sehr aktive sog. Singulett-Sauerstoff. Diese Reaktion kommt nur bei Anwesenheit eines Fotosensibilisators (hier roter Blutfarbstoff) zustande. Es entstehen sog. Peroxide, welche den Stoffwechsel günstig beeinflussen.

Es zeigt sich eine Herabsetzung einer erhöhten Gerinnbarkeit des Blutes, wodurch die örtliche Durchblutung verbessert und die Thrombosegefahr herabgesetzt wird. Ferner wird die Zellatmung gesteigert und die Sauerstoff-Verwertung in den schlecht durchbluteten Geweben verbessert. Als weitere Folge wird das körpereigene Abwehrsystem gefördert und das sog. antioxidative Potential, welches wesentlich zur Milderung von Entzündungsprozessen beiträgt, erhöht.

 

Die wichtigsten Heilanzeigen

 

Arterielle Durchblutungsstörungen wie Raucherbein, Herzkranzgefäss-Verengung, Hirndurchblutungsstörungen.

 

Als unterstützende Begleittherapie: chronische Organschädigungen der Leber und Niere, rheumatische Erkrankungen, Zuckerkrankheit (vorbeugend und Spätkomplikationen), Fettstoffwechselstörungen, Harnsäureerhöhung, Allergien, Erschöpfungszustände.

  

Gegenanzeigen: akute Infekte, Schilddrüsen-Überfunktion, Blutungsneigung, Lichtdermatosen wie Porphyrie, hochdosierte Cortisontherapie.

  

Durchführung: Für den Patienten gestaltet sich die Behandlung ähnlich wie bei der Grossen Ozon-Eigenblut-Behandlung (s. Ozon-Therapie).

 

Sauerstoff-Inhalationstherapie

 

Jegliche Sauerstoffinhalationstherapie hat zum Ziel, den abgefallenen Sauerstoffgehalt im Blut auf ein normales Niveau anzuheben und den Kohlensäurespiegel zu senken.

 

Die Sauerstoffinhalationstherapie wird im Unterschied zu der Ozon- und HOT  ausschliesslich über die Atemwege durchgeführt. Es bestehen verschiedene Formen dieser Behandlung wie Sauerstoffmehrschritt-Therapie nach VON ARDENNE, Sauerstoff-Ergometer-Training, Ionisierte Sauerstoff-Inhalationstherapie, Sauerstoff-Kohlensäure-Inhalationstherapie, Sauerstoff-Langzeitinhalationstherapie, notfallmässige Sauerstoffinhalation bei akutem Sauerstoffmangel, Sauerstoff-Überdruck-Therapie und Sauerstoff-Unterdruck-Inhalation. Einige dieser Sauerstofftherapien werden auch unter der Bezeichnung Sauerstoff-Mehrschritttherapie im weiteren Sinn aufgeführt. Den verschiedenen Formen liegen diverse Krankheitsbilder  bzw. Ziele zugrunde. In der Arztpraxis, bzw. daheim werden am häufigsten Sauerstoff-Mehrschritt-Therapien im weiteren Sinn bzw. in verschiedenen Varianten angewendet.

   

Versuche in den sechziger Jahren ergaben, dass eine Kombination der Sauerstoffinhalation mit weiteren «Schritten» bzw. zusätzlichen Verfahren einerseits die Effizienz der Sauerstofftherapie erhöht, und sich anderseits Schäden, die durch längere Sauerstoffinhalation entstehen können, vermeiden lassen.

 

Der Standardprozess gestaltet sich in folgenden 3 Schritten:

 

1. Einnahme von Vitaminen C und E (obligatorisch), eventuell noch weitere Antioxidanzien sowie Medikamente je nach Krankheitsbild und um den Sauerstoff besser zu verwerten.

 

2. Einatmung von medizinisch reinem Sauerstoff gemischt mit Einatmungsluft.

 

3. Bewegungstraining. Durch die gesteigerte Pumpwirkung des Herzens gelangt das sauerstoffbeladene Blut im Oganismus überall hin. Ferner wird der Sauerstoff durch den erhöhten Stoffwechsel besser verwertet.

  

Häufig wird als Zusatztherapie die Hämatogene Oxidationstherapie empfohlen. Diese ist in Kombination mit einer Sauerstoffinhalationstherapie abzulehnen. Die biochemischen Reaktionen der HOT sind radikalischer Art und werden durch die Antioxidanzien Vitamine C und E zunichte gemacht, wodurch die HOT-Wirkung wegbleibt. Da bei der Ozontherapie keine radikalischen Prozesse stattfinden, kann die Sauerstoff-Inhalationstherapie mit ihr kombiniert werden. Der Wirkungsgrad beider Therapien kann dadurch erhöht werden.

  

Häufigste Anwendungsbereiche: 

  • Stressfolgen und Steigerung der Leistungsfähigkeit im Alter.

  • Vor und nach operativen Eingriffen, schlechte Wundheilung, nach Unfällen.

  • Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Gehirns und Peripherie. Insbesondere bei Angina pectoris, Herzschwäche, Zustand nach Herzinfarkt, Herzkreislauf-Rehabilitation, Zustand nach Hirnschlag, Schaufensterkrankheit.

  • Lungenkrankheiten wie Asthma, chronische Bronchitis.

  • Zusatztherapie bei bösartigen Tumoren.

  • Verbesserung des körpereigenen Abwehrsystems.