Terminologie

 

 
 

Klassische Homöopathie

Die Homöopathie wurde Anfang des 19. Jahrhunderts vom deutschen Arzt Dr. Samuel Hahnemann begründet. Die Wirkung der Homöopathie beruht auf dem Prinzip, Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen.

So gelang es Hahnemann zu zeigen, dass Krankheitssymptome - hervorgerufen durch hohe Dosen von bestimmten Stoffen mineralischer, pflanzlicher oder tierischer Herkunft - durch das gleiche Mittel in verdünnter Konzentration wieder geheilt werden können.
 
In der Behandlung ist zwischen der Therapie akut vorliegender Beschwerden und einer Konstitutionstherapie zu unterscheiden. Die Akuttherapie setzt bei der Gesamtsymptomatik aktueller Leiden an. Eine Erstverschlimmerung der Symptome gilt dabei als positive Reaktion und deutet auf eine richtige Auswahl des eingesetzten Mittels hin. Die Konstitutionstherapie setzt beim ganzen Wesen sowie den individuellen biographischen und erblichen Belastungen des Patienten an. Diese Form der Therapie erstreckt sich über längere Zeit. Sowohl die krankheitsorientierte Behandlung als auch die Konstitutionstherapie gründen auf einer Intensivbefragung durch den homöopathisch geschulten Arzt zur Ermittlung einer hoch individuellen Therapie mit Einzelsubstanzen. 
 
Heute sind etwa 2000 homöopathische Einzelmittel bekannt, die in Tropfen- oder Pulverform, als Tabletten oder als Globuli (Kügelchen) verabreicht werden. Die Arzneimittel werden über mehrere Stufen der Verdünnung, Verschüttelung oder Verreibung dynamisiert. Sie wirken nicht über die Substanz, sondern über die Vermittlung von Information vorwiegend auf der energetischen Ebene. Bei korrekter Durchführung der Behandlung sind die Erfolge bei akuten und chronischen Leiden gut.

 

Neuraltherapie nach Huneke

Die Neuraltherapie nach Huneke ist ein Heilverfahren, das zur Behandlung gestörter Regelmechanismen eingesetzt wird. Sie beruht auf der wissenschaftlich bestätigten Erkenntnis, dass verschiedene Leiden durch sogenannte Störfelder (mit) verursacht werden. Unter den Begriffen "Störfeld" oder "Herd" versteht man einen Gewebebezirk, der krankhaft verändert ist und über diesen Bezirk hinaus an einer anderen Stelle im Körper Krankheitssymptome hervorrufen und die Selbstregulation des Organismus behindern kann.
 
In der neuraltherapeutischen Behandlung werden Lokalanästhetika gezielt an genau definierten Nervenzentren und Störfeldern injiziert. Ziel dieser Therapie ist es, Blockaden zu lösen und Beschwerden durch direkte Einwirkung auf das vegetative Nervensystem, durch die Löschung von Störfaktoren oder die Behebung von Problemen der Regulation ursächlich zu behandeln. Eingesetzt wird die Neuraltherapie vor allem bei akuten und chronischen Schmerzsyndromen wie Migräne oder Neuralgien sowie bei degenerativen und entzündlichen Erkrankungen.

 

Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) deutet Krankheitsvorgänge und -symptome als individuelle Äusserungen einer Störung der Körperharmonie. Nach dieser Betrachtungsweise fliesst die Lebensenergie (Chi/Qi) jedes Menschen in zwölf Leitbahnen - den sogenannten Meridianen - durch den Organismus. Die Meridiane stehen mit den Körperorganen und untereinander in Verbindung. Durch Störungen oder Blockaden dieses Energieflusses kommt es zu Dysharmonien im Körper, die sich durch verschiedene Symptome und Krankheiten äussern. Der chinesisch-medizinisch ausgebildete Arzt kennt spezielle Diagnosemethoden, zum Beispiel die Puls- und Zungendiagnostik. Ziel der ursächlichen Erfassung verschiedenster Leiden ist, das Verhältnis von sinkender und steigender Energie, von innen und aussen, heiss und kalt, von Mangel und Fülle im Körper zu erkennen. Für die Behandlung stehen zahlreiche Möglichkeiten wie etwa die chinesische Heilpflanzen- und Ernährungslehre, Akupressur, Akupunktur, Qi Gong und Tai Chi zur Verfügung. Sie werden an der Aeskulap-Klinik individuell kombiniert mit anderen komplementär- und schulmedizinischen Verfahren angewandt.
 
Eine seit Jahren anerkannte Anwendung aus dem Gebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die
Akupunktur. Die Methode geht ebenfalls vom Meridiansystem aus: Auf den Meridianen nämlich liegen die Akupunkturpunkte, die der spezialisierte Arzt mit feinen Metallnadeln einen Millimeter bis mehrere Zentimeter tief ansticht. Abhängig von der zu behandelnden Krankheit werden ein bis acht Akupunkturpunkte ausgewählt. Eine Behandlung dauert zwischen 15 und 60 Minuten, während denen die Nadeln in der Haut verbleiben und der Patient ruhig liegt. Akupunktur ist eine Reiztherapie, die den Organismus zu einem energetischen Ausgleich aktiviert. Besonders gute Erfolge erzielt man damit bei chronischen und akuten Schmerzen, Migräne sowie bei sogenannten funktionellen und psychosomatischen Leiden, wie z.B. bei Verdauungsstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Schlaflosigkeit usw.
 
Die
Moxibustion ist eine Sonderform der Akupunktur und kommt vor allem zur Behandlung chronischer Erkrankungen zur Anwendung. Statt Akupunkturnadeln setzt der Arzt das chinesische Moxakraut ein. Dieses wird auf spezielle Weise über den Akupunkturpunkten verbrannt. Durch die starke Hitze können Essenzen des Krautes in die Haut eindringen und die positive Reizwirkung am Akupunkturpunkt verstärken. Die Moxibustion bewirkt eine Energiezufuhr. Dies ist insbesondere bei verschiedenen chronischen Krankheiten von Nutzen, da diese meist mit einer Verminderung des Energieniveaus einhergehen.
 
Die Traditionelle Chinesische Medizin und die Akupunktur gehören - wie die Homöopathie, die Phytotherapie, die Neuraltherapie und die Anthroposophische Medizin - zu jenen sechs Therapieverfahren, die in der Schweiz von den Krankenkassen in der Grundversicherung anerkannt sind.

 

Ganzheitsmedizinische Pflanzenheilkunde (Phytotherapie)

Zur phytotherapeutischen Behandlung eines Leidens stehen oft zahlreiche Pflanzen zur Verfügung, so dass der Arzt je nach Schweregrad und Begleitumständen der Erkrankung sowie der Konstitution des Patienten entsprechend die passenden Einzelmittel oder Kombinationspräparate einsetzt. Zur Herstellung von Kräuterpräparaten werden einzelne Pflanzenteile (Blüten, Blätter, Stengel, Wurzeln etc.) genutzt, die Wirkstoffe in unterschiedlicher Zusammensetzung und Konzentration enthalten und teilweise auch unterschiedliche Wirkungen erzielen. Die Pflanzenteile können zu Salben, Essenzen, Tinkturen, alkoholischen Tropfen, Teezubereitungen oder zu Pulvern, Tabletten und Dragées, Kapseln oder Ampullen verarbeitet werden. Die Anwendung erfolgt je nach Präparat innerlich oder äusserlich. 
 
Die Phytotherapie gehört zu jenen sechs Therapieverfahren, die in der Schweiz von den Krankenkassen in der Grundversicherung anerkannt sind. Sie ist in der ganzheitlichen Therapie an der Aeskulap-Klinik stets in ein umfassendes, ursächlich wirksames Behandlungskonzept eingebunden. Eigene Anwendungen und Zubereitungen von Pflanzen kennen auch die Traditionelle Chinesische Medizin sowie die Ayurvedische Heilkunde.

 

Anthroposophische Medizin

Die Anthroposophische Lehre wurde anfangs des 20. Jahrhunderts von Dr. phil. Rudolf Steiner (1861-1925) begründet. Neben der Medizin umfasst sie weitere Gebiete wie Kunst, Pädagogik, biologischen Landbau, Ernährungslehre u.a. Die Anthroposophische Medizin basiert nicht auf einem einzelnen Verfahren, sondern auf einem Ganzheitssystem: Der Mensch besteht nach dieser Ansicht aus dem physischen, dem ätherischen, dem astralen und dem geistigen "Körper", die sich gegenseitig beeinflussen. Der physische Leib bildet dabei die Grundlage für die seelische und geistige Individualität und Gesundheit. Zusätzlich unterscheidet Steiner zwischen einem Kopfpol (Gehirn, Nerven, Sinnesorgane) und einem unteren Pol, der das Stoffwechselgeschehen repräsentiert. Ein unausgewogenes Verhältnis zwischen diesen "Körpern" und Polen verursacht Störungen.
 
Über eine Aktivierung der Selbstheilungskräfte versucht die Anthroposophische Medizin, verlorenes gesundheitliches Gleichgewicht wiederherzustellen. In der Diagnostik befragt der anthroposophisch geschulte Arzt den Patienten insbesondere nach seiner Lebensweise (Ernährung, Schlaf- und Lebensrhythmus etc.). In der Therapie wendet die Anthroposophische Medizin homöopathische und phytotherapeutische Heilmittel an, die nach speziellen Riten hergestellt werden. Wichtig ist dabei beispielsweise das Beachten der Tag- und Nachtrhythmen sowie der Mondphasen. Heileurythmie, Kunst-, Musik-, Gesprächstherapie, Massagen, Heilbäder u.a. ergänzen die Behandlung. Eine besonders bekannte Anwendung aus dem Bereich der Anthroposophischen Medizin ist die Misteltherapie zur Krebsbehandlung.
 
Die Anthroposophische Medizin gehört - wie die Homöopathie, die Phytotherapie, die Neuraltherapie, die Akupunktur und die Traditionelle Chinesische Medizin - zu jenen sechs Therapieverfahren, die in der Schweiz von den Krankenkassen in der Grundversicherung anerkannt sind.

 

Fiebertherapie (Hyperpyrexie)

Aus dem Jahr 500 v. Ch. stammt das Zitat des Philosophen Parmenides: "Gebt mir die Macht, Fieber zu erzeugen, und ich heile alle Krankheiten." Tatsächlich ist Fieber eine sinnvolle Reaktion des Körpers, "ein reinigendes Feuer", wie andere Quellen sagen. Fieber beschleunigt den Stoffwechsel und damit auch die Entgiftung, ausserdem wirkt es stimulierend auf das Immunsystem. 

In der Neuzeit nahm vor allem der amerikanische Chirurg William B. Coley die alte Erkenntnis der grossen Bedeutung des Fiebers wieder auf. Vor rund hundert Jahren erzielte er mittels künstlich erzeugten Fiebers bei verschiedenen chronischen Leiden erstmals respektable Heilungserfolge. Seither wird die künstliche Erzeugung von Fieber laufend weiter erforscht. 
 
Künstliche Fieberreaktionen, wie sie in der Fiebertherapie oder Hyperpyrexie angestrebt werden, erreicht man beispielsweise durch Injektion bestimmter Pflanzenextrakte oder eines gereinigten Bakterienzellwandmaterials. Damit wird im Organismus eine Infektion nachgeahmt, ohne dass belastende Keime anwesend sind. Wünschenswert ist bei der Fiebertherapie eine Körpertemperatur von 38.5 - 40° C während mindestens zweier Stunden. Die Fiebertherapie ist speziell geeignet zur Behandlung schlecht ausgeheilter oder unterdrückter Krankheiten und wird - eingebunden in ein individuelles therapeutisches Konzept - auch in der biologischen Krebsbehandlung eingesetzt.

 

Blut-Sauerstoff-Therapie

Die Blut-Sauerstoff-Therapie ist auch unter den Bezeichnungen Photobiologische Therapie oder Hämatogene Oxidationstherapie (HOT) bekannt. Diese biologische Behandlungsmethode arbeitet mit den existenziell wichtigen Elementen Sauerstoff und Licht: Durch ultraviolettes Licht von einer bestimmten Wellenlänge wird im menschlichen Blut aktivierter Sauerstoff gebildet. Im Rahmen einer Blut-Sauerstoff-Therapie wird dem Patienten eine kleine Menge Blut abgenommen und dieses mit Licht von genau 253.7 nm Wellenlänge bestrahlt. 
 
Das so behandelte und in den Körper zurückgeführte Blut bewirkt als aktivierte körpereigene Substanz bei wiederholter Anwendung eine schrittweise Verbesserung der Durchblutung von erkrankten Geweben und Organen sowie eine Stärkung der körpereigenen Abwehr. Überall dort, wo aufgrund von Durchblutungsstörungen oder Abnutzungserscheinungen die Zellatmung im Organismus nicht mehr ausreichend funktioniert, kann diese Behandlung sehr hilfreich sein. Als Begleittherapie kommt sie bei verschiedenen entzündlichen und degenerativen Krankheiten zur Anwendung.

 

Ozontherapie

Ozon (O3) ist eine auch in der Natur vorkommende Sauerstoffverbindung. Ein erhöhter Ozongehalt der Atemluft bewirkt bei vielen Menschen eine Reizung des Atmungstraktes. Auch in Bezug auf die dünner werdende Ozonschicht oder als Bestandteil des Smogs ist von Ozon immer wieder in negativem Zusammenhang die Rede. 
 
Medizinisch hat Ozon, in der richtigen Konzentration und intravenös angewandt, indes folgende spezifischen Eigenschaften: Verbesserung der Sauerstoffsättigung des Blutes, Steigerung der Durchblutung und der Sauerstoffverwertung im Gewebe, Inaktivierung von Bakterien u.a. Die Ozontherapie wird wegen ihrer keimabtötenden Wirkung bei bakteriellen und viralen Infekten sowie bei Pilzerkrankungen, infizierten oder schlecht heilenden Wunden sowie Schwächen des Immunsystems eingesetzt. Das medizinische Ozon ist ein Gemisch aus 0.05% Ozon und 99.95% Sauerstoff bei innerer Anwendung oder 5% reinem Ozongas und 95% Sauerstoff bei äusserer Anwendung.

 

Organotherapie

Die Organotherapie beruht auf der Erkenntnis, dass viele Krankheiten von kleinsten Veränderungen in den Zellen und deren Funktion begleitet sind. Mit der Organotherapie werden Defekte in den Zellen rückgängig gemacht, indem man Komponenten aus identischen gesunden Zellen zuführt. Dabei macht sich die Organotherapie natürliche Regulations- und Stoffwechselsubstanzen zu Nutze. Das Verfahren kann präventiv angewandt werden, indem man bestimmte Zelltätigkeiten frühzeitig revitalisiert. Viel wichtiger ist jedoch die therapeutische Anwendung bei bestehenden Leiden wie Immunschwächen, Allergien, degenerativen Leiden, Autoimmunkrankheiten und Tumorleiden. Anhand des Krankheitsstadiums und des allgemeinen Gesundheitszustands wird ein individuelles Behandlungskonzept erstellt. Die organotherapeutischen Präparate werden in der Regel unter die Haut oder in Muskelgewebe gespritzt. Der Einsatz folgt der sogenannten isopathischen Regel nach Paracelsus (Herz heilt Herz, Thymus heilt Thymus etc.). Die Organotherapie findet in neuester Zeit auch in der Schulmedizin wachsende Akzeptanz.
 
Ein Beispiel aus dem Bereich der Organotherapie ist die
Thymustherapie. Die hinter dem Brustbein liegende Thymusdrüse ist eines der bedeutendsten Organe für die körpereigene Abwehr. Die Thymustherapie wird vor allem in der Tumorbehandlung und bei anderen immunologischen Krankheiten eingesetzt. Die Injektion von Thymusextrakten führt zu einer Steigerung der Interferon- und Lymphokinproduktion (Gewebehormone mit abwehrfördernder und regulativer Wirkung), zu einer Aktivierung ruhender Abwehrzellen im Knochenmark sowie zu einer Aktivierung der Killerzellen. Weil das Thymusorgan eine entscheidende Wirkung auf die übergreifenden immunologischen Vorgänge hat, wirkt die Behandlung auf den Gesamtorganismus. Die therapeutischen Effekte insbesondere bei Krebspatienten zeigen sich in einer Steigerung des Appetits, einer Zunahme der körperlichen Kräfte, einer Verminderung der Infektanfälligkeit sowie fallweise in einer Verlangsamung des Tumorwachstums.

 

Passive Hyperthermie-Behandlungen

Wie die Fiebertherapie setzen auch die im Folgenden beschriebenen Hyperthermieverfahren auf die therapeutische Kraft gezielter Überwärmung. Anders als bei der Fiebertherapie erfolgt die Wärmezufuhr bei der Ganzkörperhyperthermie, der lokoregionalen Tiefenhyperthermie und der lokalen Thermotherapie jedoch passiv.
 
Die
systemische Ganzkörperhyperthermie (SGHT) funktioniert über eine Infrarot-A-Lichtbestrahlung. Das verwendete Licht im Infrarotbereich enthält hohe Anteile kurzwelliger Strahlen, die unter Schonung der Haut weit ins Gewebe eindringen und dort in Wärmeenergie umgewandelt werden. Damit der Körper des Patienten die eingestrahlte Wärme nicht gleich wieder abgibt, wird über dem Patientenbett eine Isolierkabine eingerichtet. Die Ganzkörperhyperthermie wirkt immunmodulierend auf den gesamten Organismus und wird bei systemischen rheumatischen Krankheiten, Autoimmunerkrankungen, Schmerzzuständen sowie in der Krebsbehandlung bei fortgeschrittenen Tumorleiden und zur Metastasenvorbeugung eingesetzt. In der Onkologie arbeitet die Aeskulap-Klinik zudem mit der Methode der Ganzkörperintensivhyperthermie: Ebenfalls mittels Infrarot-A-Lichtbestrahlung wird dabei eine Erhöhung der Körpertemperatur auf 41 - 41.5° C angestrebt. Die Behandlung wird unter allgemeiner Sedation und permanenter intensivmedizinischer Betreuung des Patienten durchgeführt. Eine Behandlungssitzung dauert vier bis sechs Stunden. Unter den Bedingungen der Ganzkörperintensivhyperthermie gelingt es, Krebszellen mittels Überwärmung selektiv zu zerstören. Gleichzeitig steigt die Aktivität aller immunologisch aktiven Zellen, und die Antikörperbildung der patienteneigenen Krebsabwehr wird intensiviert. Während der Behandlung verabreichte biologische Medikamente zur Krebsbekämpfung ebenso wie synthetisch hergestellte Zytostatika (Zellgifte) erreichen durch die Ganzkörperintensivhyperthermie eine eindeutig verstärkte Wirkung. Sie können deshalb tiefer dosiert werden und verursachen daher weniger Nebenwirkungen.
 
Die
lokoregionale Tiefenhyperthermie kommt vor allem in der Krebstherapie zur Anwendung. Bei diesem Verfahren werden - anders als bei der Ganzkörperhyperthermie - gezielt die tumorbefallenen Organe überhitzt. Ein spezielles Gerät, das in der Schweiz einzig an der Aeskulap-Klinik in Brunnen/SZ eingesetzt wird, macht es möglich, tief liegende oder einer Operation nicht zugängliche Tumoren gezielt zu bekämpfen. Dabei wird über elektromagnetische Felder (Kurzwellentechnologie) im Innern des Tumors eine Temperaturerhöhung auf bis zu 42.5° C erzeugt. Da Tumorzellen auf Überwärmung anders reagieren als gesundes Zellmaterial, erreicht man den gewünschten lokalen Hyperthermieeffekt zur Zerstörung von Tumorzellen, ohne gesundes Gewebe zu schädigen. Bei einer gleichzeitigen Chemotherapie erlaubt die lokoregionale Tiefenhyperthermie, die Medikamentendosen ohne Wirksamkeitsverlust bis auf einen Viertel zu reduzieren.
 
Die
lokale Thermotherapie wird zum Beispiel in der Behandlung von Prostataleiden (transurethrale, durch die Harnröhre erfolgende Hyperthermie-Behandlung) angewandt: Hierbei wird nach Ausmessen der Prostata unter lokaler Betäubung ein Katheter in die Harnröhre eingebracht. Durch die darauffolgende Energiezufuhr mittels Mikrowellen erwärmt sich das Tumorgewebe auf über 50° C, was zu einer gezielten Gewebszerstörung führt. Das Verfahren mittels Mikrowellen entspricht dem neuesten Stand der Technologie. Insbesondere in Kombination mit individuell bestimmten natürlichen oder auch synthetischen Medikamenten ergeben sich in vielen Fällen erfolgversprechende, schonende Behandlungsmöglichkeiten.

 

Galvanotherapie

Nach neueren biophysikalischen Erkenntnissen existieren im menschlichen Körper biologisch geschlossene elektrische Kreisströme. Sie ergeben sich durch den Ionenaustausch zwischen den Zellen sowie zwischen dem Zellinnern und der Oberfläche der Zellmembran. Ist das biologische Gleichgewicht beeinträchtigt, führt dies auch zu Störungen im dazugehörigen elektromagnetischen Feld. Die Galvanotherapie - auch als Bioelektro-Therapie oder elektrochemische Tumortherapie bekannt - wird in der ganzheitlichen Krebstherapie seit etlichen Jahren eingesetzt. Über die Normalisierung lokaler elektromagnetischer Felder wird dabei eine Zerstörung bösartiger Zellen angestrebt.
 
Zur Behandlung werden an eine Gleichstromquelle angeschlossene Elektroden direkt in die krankhaften Gewebebezirke eingeführt. Das so geschaffene künstliche elektromagnetische Feld legt sich über das pathologische Feld. Maligne (bösartige) Zellen erhalten dadurch die Information zur Nekrose, d.h. sie stellen ihr abartiges Wachstum ein und zerfallen. Das Verfahren eignet sich besonders zur Behandlung von oberflächlichen Haut-, Brust- und Lymphdrüsentumoren. In der Therapie von inoperablen Tumoren können chemotherapeutische Mittel über eine Anode zudem direkt in das Tumorgewebe eingebracht werden. Dank dieser Art der Anwendung können mit geringeren Dosen eine höhere Wirksamkeit erreicht und Nebenwirkungen gleichzeitig reduziert werden.

 

Symbioselenkung

Der Mensch lebt mit einer Vielzahl von nützlichen und schädlichen Mikroorganismen in einer natürlichen Lebensgemeinschaft. Entsteht ein Ungleichgewicht in dieser Symbiose (griech. symbiosis = Zusammenleben), ergeben sich daraus Schwächungen der körpereigenen Abwehr und Störungen des Stoffwechsels. Unter dem Begriff Symbioselenkung versteht man die gezielte Wiederherstellung des Gleichgewichts von Mikroorganismen auf der Haut und den Schleimhäuten. Diese kann über eine Ernährungsumstellung, über eine orthomolekulare Therapie (Gabe von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen) und über die Verabreichung von probiotischen Medikamenten erfolgen. Probiotika sind natürliche Präparate, die nützliche Mikroorganismen in lebender oder abgetöteter Form enthalten.
 
Über die Symbioselenkung oder Mikrobiologische Therapie wird die Aktivierung und Verbesserung verschiedener körpereigener Abwehrsysteme angestrebt. Insbesondere bei Infekten der oberen Luftwege, bei Störungen im Magen-Darm-Bereich, Harnweginfekten, Hauterkrankungen und Allergien ergeben sich mittels Symbioselenkung gute Erfolge, sofern das Verfahren in ein individuell abgestimmtes therapeutisches Konzept eingebettet ist.

 

Osteopathie und Cranio-Sacral-Therapie

Die Osteopathie geht von der Erkenntnis aus, dass die Skelettmuskulatur die inneren Organe schützt, damit diese funktionstüchtig arbeiten können. Ein Leitsatz des Verfahrens lautet, dass ein in seiner Beweglichkeit blockiertes Organ eine verminderte Blut- und Nervenversorgung erhält und dadurch geschwächt ist. Die dahinter liegenden Probleme sind aus Sicht der Osteopathie in einem Bewegungsverlust der knöchernen Anteile des Achsenskeletts zu finden. In der therapeutischen Arbeit fördert der osteopathisch geschulte Arzt mit subtilen manuellen Druck-, Bewegungs- oder Massagetechniken auf Schädelknochen, Wirbelkörper oder Gelenke die knöcherne Beweglichkeit. 
 
Die Cranio-Sacral-Therapie ist eine Weiterentwicklung der Osteopathie und geht auf den amerikanischen Arzt Dr. J. Upledger zurück. Sie arbeitet auf der Basis der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit, die in einem bestimmten Eigenrhythmus zirkulieren. Die Bewegung der Gehirn- und Rückenmarks- flüssigkeit sowie entsprechende Blockaden sind für geschulte Therapeuten am ganzen Körper spürbar. Durch die manuelle Bearbeitung der Schädel-, Wirbelsäulen-, Kreuzbein- und Beckenknochen wird die Zirkulation der Flüssigkeit innerhalb des Schädels und der Wirbelsäule gefördert. Damit wird eine Funktionsverbesserung im Bereich des zentralen Nervensystems und des Achsenskeletts sowie eine allgemeine Anregung der Selbstregulation angestrebt. Die Cranio-Sacral-Therapie gelangt insbesondere bei psychosomatischen und funktionellen Beschwerden, Schmerzzuständen und Gleichgewichtsstörungen zur Anwendung.

 

Biophysikalische Therapieverfahren

An der Aeskulap-Klinik werden unter anderem spezielle biophysikalische Diagnose- und Therapieverfahren angewandt. Diese bilden eine wertvolle Ergänzung möglicher ganzheitsmedizinischer Behandlungen. Zu den wichtigsten Verfahren aus diesem Bereich zählen die folgenden:
 
Die
Magnetfeldtherapie arbeitet mit exakt dosierten elektromagnetischen Impulsen. Das an der Aeskulap-Klinik angewandte System ist einzigartig in ganz Europa. Es funktioniert über ein Wanderfeld und richtet sich nach neuesten physikalischen Erkenntnissen. Ziel der Magnetfeldtherapie ist der Ausgleich von Energiedefiziten: Über eine verbesserte Sauerstoffversorgung der Zellen und des Gewebes (Durchblutungssteigerung) werden der Zellstoffwechsel aktiviert und die zelluläre Energiegewinnung erhöht. Das Verfahren eignet sich besonders zur Behandlung verschiedener chronischer Krankheiten, zur Stärkung der Immunabwehr, bei Schmerz- oder Erschöpfungszuständen sowie zur Regulierung und Stärkung des Herz- Kreislauf-Systems. Während der Schwangerschaft, bei Epilepsie oder bei Trägern eines Herzschrittmachers darf die Magnetfeldtherapie nicht eingesetzt werden.
 
Auch die
Softlaser-Behandlung wirkt regulativ auf das elektrische Potential der Zellen: Durch die Photonenstrahlung des Softlasers (Niedrigenergien bis circa 50 mW) gelingt es, das Zellpotential direkt zu erhöhen und den Zellstoffwechsel anzuregen. Dies bewirkt eine Erhöhung der Enzymaktivität, eine Aktivierung der Zellteilung und der Gewebeneubildung sowie eine Beschleunigung des Lymphflusses. So können die körpereigenen Energien gelenkt und die Organfunktionen reguliert werden. Hauptindikationen für die Softlaser-Behandlung sind chronische Schmerzsyndrome wie Migräne und rheumatische Erkrankungen, Allergien und Hautkrankheiten, Osteoporose, Ulcus cruris (offene Beine) sowie schlecht heilende Wunden. 
 
Die flächenhafte Softlaser-Behandlung eignet sich zur erfolgreichen Kombination mit der
Laser-Akupunktur. Diese Weiterentwicklung der konventionellen Akupunktur wird vor allem dort eingesetzt, wo die Akupunkturnadeln Schwierigkeiten bereiten (Schleimhautbereich, über Knochen etc.) sowie bei der Behandlung von Kindern. Mit einer Feinmessung an den einzelnen Akupunkturpunkten kann der Energiestatus und damit die notwendige Behandlungszeit jedes Punktes bestimmt werden. Energieschwache Punkte können anschliessend gezielt aktiviert werden. Die Anwendungsgebiete sind ähnlich wie bei der Softlaser-Behandlung. Wie bei allen regulativen Methoden kann es anfänglich zu einer sogenannten Erstverschlimmerung der Symptome kommen. Diese Reaktion ist durchaus erwünscht und zeigt, dass der Organismus die Therapie verarbeitet und der Heilungsprozess eingeleitet ist.
 
Bei der
Frequenztherapie wirken hochfrequente elektromagnetische Felder regulierend auf Zellen, Organe und den Gesamtorganismus. Über eine Anregung der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) werden übergeordnete biokybernetische Regelzentren aktiviert. Dadurch gelingt eine ursächliche Besserung der hormonellen Steuerung des Stoffwechsels und eine Stärkung des Immunsystems. Das Verfahren gelangt bei verschiedenen rheumatischen Leiden, bei Autoimmunerkrankungen, Allergien, Erkrankungen der Atemwege, bei psychosomatischen Leiden und vielen anderen Krankheiten zur Anwendung.

 

Ganzheitliche Diagnostik

Neben den herkömmlichen schulmedizinischen Diagnosemethoden können zahlreiche komplementärmedizinische Verfahren zur Anwendung gelangen:

 

Decoderdermographie

Die Decoderdermographie (DDG) ist ein standardisiertes Messverfahren, welches bioelektrische Regulationsvorgänge in verschiedenen Körperregionen sichtbar macht. Dabei erfolgt eine elektrische Messung, ähnlich wie etwa beim EKG. Beim Patienten werden dazu sechs Hautelektroden an Stirn, Händen und Füssen angelegt. Mittels Reizstromanwendung werden bioelektrische Phänomene, Potentialdifferenzen und Widerstände gemessen und graphisch dargestellt. Es erfolgen mehrere Messungen, wodurch mögliche Defizite in der bioelektrischen Steuerung sichtbar werden.
 
Seit über 20 Jahren wird die Decoderdermographie in der ganzheitlichen Diagnostik eingesetzt. Sie eignet sich überdies zur Kontrolle des Therapieverlaufs. Die Decoderdermographie gibt Aufschluss über Regulationseinschränkungen und -blockaden, entzündliche und degenerative Veränderungen sowie Ungleichgewichte im Säure-Basen-Haushalt. Das Verfahren erlaubt differenzierte Aussagen bezüglich der Dynamik des vegetativen Nervensystems und definierter Körperbezirke, jedoch nur bedingt in Bezug auf einzelne Organe.

 

Thermoregulationsdiagnostik

Im Rahmen der Thermoregulationsdiagnostik (TRD) wird unter standardisierten Bedingungen an über 100 exakt definierten Hautpunkten die Temperatur gemessen. Nach einem gezielten Kältereiz erfolgt eine zweite Temperaturmessung. Anhand der ermittelten Daten kann für jeden Patienten ein persönliches thermisches Profil erstellt und dadurch beurteilt werden, wie funktionstüchtig die vegetative Steuerung und die thermische Regulation der einzelnen Organe sind. 
 
Die Thermoregulationsdiagnostik bildet eine wesentliche Erweiterung zu schulmedizinischen Diagnoseverfahren und wird an der Aeskulap-Klinik kombiniert mit diesen eingesetzt. Das Verfahren eignet sich insbesondere dazu, Störfelder und Beherdungen zu lokalisieren und Funktionsstörungen oder Organschwächen zu erfassen. In der Kombination mit anderen regulativen diagnostischen Verfahren ermöglicht die Thermoregulationsdiagnostik, gewisse gesundheitliche Störungen besonders frühzeitig zu erfassen. Entsprechende Abklärungen haben deshalb auch eine grosse Bedeutung in der Prävention.

 

Bioelektronische Terraindiagnostik

Im Rahmen der bioelektronischen Terraindiagnostik nach Vincent werden in Blut, Speichel und Urin gleichzeitig der pH-Wert (Säuregrad), das Redoxpotential (Elektronenaktivität) und der elektrische Widerstand gemessen. Die Untersuchung anhand der drei genannten Körperflüssigkeiten ergibt neun Messwerte, die zu einander in Beziehung gestellt und analysiert werden. 
 
Die bioelektronische Terrainuntersuchung ermöglicht wertvolle Aussagen über den Zustand des körpereigenen Abwehrsystems, den Stoffwechsel und die Verdauung. Im Weiteren können über dieses Verfahren eine mögliche Übersäuerung, Überoxidation, Tendenz zu Entzündungen u.a. beurteilt werden.

 

Dunkelfelddiagnostik

Gewisse mikroskopische Parameter des Blutes vermögen spezifische Hinweise auf bestimmte Störungen zu geben. Seit langem bilden daher lichtmikroskopische Untersuchungen des Blutes einen wertvollen Teil der umfassenden Diagnostik. Eine der hier angesprochenen Analysemethoden ist die Dunkelfeldmikroskopie. Sie erlaubt eine Früherkennung verschiedener Stoffwechselstörungen und ergänzt regulative Diagnoseverfahren ideal.
 
Mittels Dunkelfeldmikroskopie werden pathologische Blutveränderungen, ein möglicher Befall des Blutes mit Mikroorganismen, Degenerationserscheinungen der verschiedenen Blutkörperchen (Erythrozyten, Leukozyten, Lymphozyten Thrombozyten) sowie die Ausgestaltung des Fibrins beurteilt. Insbesondere Fett- und Eiweissstoffwechselstörungen, Sauerstoffmangel, aber auch Entzündungen oder Virusinfektionen können durch die Dunkelfeldmikroskopie erfasst und die entsprechend geeignete Behandlung eingeleitet werden.

 

Spengler-Test

Diese Methode beruht auf den vom Schweizer Arzt Dr. med. Karl Spengler (1860-1937) entwickelten sogenannten Spenglersan-Kolloiden (nicht infektiöse Reagenzien aus verschiedenen Krankheitserregern). Der Testsatz besteht aus zehn verschiedenen Reagenzien. Mit diesen wird beim Spengler-Test je ein Tropfen Blut des Patienten vermengt. Das jeweilige Spenglersan-Kolloid wirkt als Antigen und kann zusammen mit den zugeführten roten Blutkörperchen eine immunologische Reaktion (Antigen-Antikörper-Reaktion) auslösen. Dabei kommt es zu spezifischen mikroskopisch sichtbaren Veränderungen in der Blut-Reagenz-Mischung.
 
Aufgrund des Grades der festgestellten Reaktion und der Art des verwendeten spezifischen Antigens aus dem Testsatz vermag der entsprechend geschulte Arzt Rückschlüsse in Bezug auf konstitutionelle Belastungen, mangelnde Ausscheidungsfunktionen oder Störungen des Stoffwechsels zu ziehen.

 

Spurenelement- und Schwermetallanalyse

Anhand der Untersuchung von Körperflüssigkeiten und Ausscheidungsprodukten kann sich der Arzt ein Bild verschaffen, in welcher Konzentration im Organismus erwünschte und unerwünschte Spurenelemente vorhanden sind. Dies ist besonders relevant für den Nachweis von gelösten Metallionen, die z.B. aus metallischen Zahnfüllungen in den Organismus gelangt sind und sich dort belastend auswirken können.
 
Die Speichelanalyse gibt in diesem Zusammenhang Auskunft über Art und Menge von Metallionen, die in erster Linie aus Füllungen oder anderen Zahnersatzmaterialien im Speichel gelöst sein können. Um den weiteren Weg von Metallionen im Organismus zu untersuchen, wird die Stuhlanalyse angewandt, mit welcher Art und Menge der durch Leber und Darm ausgeschiedenen Metallionen beurteilt werden. Während Leber und Darm den wichtigsten Ausscheidungsweg für organische Schwermetallverbindungen darstellen, werden anorganischen Schwermetallverbindungen vor allem über die Nieren ausgeschieden. Um diese zu erkennen, gelangt eine spezielle Urinanalyse (DMSA-Mobilisationstest) zum Einsatz.

 

Lymphozytentransformationstest

Schwermetalle - wie zum Beispiel metallische Werkstoffe (Amalgam etc.), die in der Zahnmedizin mancherorts nach wie vor Anwendung finden - können auf den Organismus toxisch wirken und auf diese Weise zahlreiche Funktionen der körpereigenen Immunabwehr schwächen. Eine entsprechende immunologische Sensibilisierung des Körpers auf Metalle ist mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu erkennen.
 
Gute Erfahrungen hat man indes in der Analyse mittels Lymphozytentransformationstest gemacht. Dabei wird die Menge von metallspezifisch sensibilisierten T-Lymphozyten anhand einer Blutprobe bestimmt. So kann eine mögliche Metallunverträglichkeit eindeutig nachgewiesen werden. Der Lymphozytentransformation- stest liefert wichtige Informationen für die Beurteilung, ob eine Schwermetallausleitung oder eine Entfernung z.B. von belastenden metallischen Zahnfüllungen angezeigt sei.

 

Analyse des Säure-Basen-Stoffwechsels

Aus der Sicht der Ganzheitsmedizin spielen Störungen des Säure-Basen-Haushaltes bei der Entstehung vieler chronischer Krankheiten eine zentrale Rolle. Die meisten Stoffwechselreaktionen funktionieren in neutralem oder leicht alkalischem (basischem) Milieu am besten. Durch eine ungeeignete Ernährung, Stress, Bewegungsmangel und verschiedene umweltbedingte Faktoren erleiden heute jedoch immer mehr Menschen eine sogenannte Übersäuerung (Azidose) des Bindegewebes. 
 
Latente Übersäuerungen sind durch herkömmliche Methoden schwer zu erfassen: Der dabei ermittelte pH-Wert des Blutes vermittelt oft ein falsches Bild, weil die verschiedenen internen Puffersysteme die Übersäuerung lange Zeit kaschieren können und Blut daher einen sehr stabilen pH-Wert aufweist. Die Pufferkapazität des Blutes gilt es zur Bestimmung des Säure-Basen-Verhältnisses daher besonders zu beachten. Zur diesbezüglichen Analyse wurde ein spezielles Messverfahren entwickelt. Dieses erlaubt wichtige Rückschlüsse zum Säurezustand auch innerhalb der Zellen.
 
Ein anderes hilfreiches Verfahren ist die Urinmessung nach Sander: Hierbei sammelt der Patient am Testtag fünf Harnproben im Abstand von drei Stunden. In einer komplexen Analyse werden dann der sogenannte Aziditätsquotient und die Netto-Basen-Ausscheidung des Tages bestimmt. Beim gesunden Menschen ist der Urin morgens am sauersten, und die weitere Messkurve weist charakteristische Schwankungen nach den Mahlzeiten auf. Ein eher flacher Verlauf deutet auf eine Übersäuerung hin.

 

Naturheilverfahren

Methoden, die zur Vorbeugung oder Behandlung von Erkrankungen auf künstlich hergestellte Arzneimittel verzichten und hauptsächlich natürliche Umweltreize und unveränderte Heilmittel nutzen. 
 
Zu den Naturheilverfahren zählen beispielsweise Therapien mit Wasser, Licht, Luft, Wärme und Heilpflanzen. Unter Anhängern der Naturheilkunde herrscht bezüglich der genauen Abgrenzung zwischen natürlichen und künstlichen Heilverfahren Uneinigkeit. Gemeinsam ist allen Naturheilverfahren, dass sie den gesamten Menschen in die Therapie einbeziehen. Körper, Geist und Seele werden in enger Beziehung zueinander gesehen und beeinflussen sich gegenseitig, der Mensch stellt in den Naturheilverfahren kein isoliertes Wesen dar, sondern seine Stellung in der Umwelt und deren Wirkungen auf ihn sind zu beachten. Ziel der Naturheilverfahren ist es folglich, Krankheit als ganzheitliches Phänomen zu erfassen, nicht Behandlung von Symptomen wird angestrebt, sondern der Körper soll mit in der Natur vorkommenden Mitteln in seinen eigenen Heil- und Regulationsfähigkeiten unterstützt werden.
 
Man nutzt die so genannte Reiz- oder Regulationstherapie, die regulatorischen Kräfte des Organs bzw. Körpers sollen damit optimiert werden. In Verbindung mit einer entschlackenden Ernährung (z. B. Heilfasten oder Vollwertkost) können insbesondere durch Maßnahmen der physikalischen Therapie mittels Luft, Licht, Wärme, Wasser, Kälte oder mechanischen Kräften schädliche Stoffe ausgeschieden werden. Bewegungstherapie wie Gymnastik und Sport aktiviert den Kreislauf, den Stoffumsatz und nicht zuletzt auch die Psyche.
 
Massage als Ergänzung der physikalischen Therapie fördert die Blutzirkulation und löst nervale Reflexe an inneren Organen aus. Bei der Hydrotherapie, begründet durch Kneipp, Prießnitz und andere, werden mit genau dosierten Kalt- und Warmwasseranwendungen eine Aktivierung und ein Training von Blutgefäßen und Wärmeregulation angestrebt. Ähnlich wirksam für Stoffwechsel, Kreislauf und Abwehrkräfte sind Bäder in Heilquellen, Moorpackungen oder Aufenthalte unter anderen Klimabedingungen (Meer, Gebirge).
 
Weitere Methoden der Naturheilverfahren sind die aktive Immunisierung und die mikrobiologische Therapie, die durch kleinste, reine Dosen patienteneigener Bakterienstämme Infektionen ohne Antibiotika zu heilen versuchen und die gesunde Mikroflora von Darm, Haut oder Schleimhäuten unterstützen. Die Phytotherapie, die Pflanzenheilkunde, ist eines der ältesten Naturheilverfahren. Die Wirkstoffe diverser Pflanzenarten werden zunehmend wissenschaftlich erforscht, verwendet wird überwiegend die gesamte Pflanze mit ihrer eigenen Mischung aus Inhaltsstoffen, denn die Gesamtheit ist auch hier mehr als die Summe der einzelnen Teile. Positivlisten für Naturheilmittel mit empfehlenswerten Präparaten der Naturheilkunde wurden 2000 von Ellis Huber, dem früheren Präsidenten der Berliner Ärztekammer, sowie vom Komitee Forschung Naturmedizin, vorgestellt; die Listen beziehen sich insbesondere auf die Gebrauchssicherheit der Präparate, sie beinhalten keine Wirksamkeitsgarantie.
 
Eine bewusste Lebensführung nimmt schließlich in der heutigen, durch Stress gekennzeichneten Zeit einen hohen Stellenwert ein. Sinnvolle und aktive Lebensgestaltung als Voraussetzung für das seelische Gleichgewicht und die Suche nach einem eigenen natürlichen Rhythmus werden durch zusätzliche Entspannungsmethoden wie Yoga, autogenes Training oder Atemtherapie unterstützt.

 

Pauling, Linus Carl (1901-1994)

Amerikanischer Chemiker und zweifacher Nobelpreisträger, der u. a. bedeutende Arbeiten zur Theorie der chemischen Bindung und zur Struktur von biologisch aktiven Molekülen wie z. B. Proteinen lieferte. Pauling engagierte sich außerdem in der internationalen Friedensbewegung und trat für eine internationale Kontrolle von Atomwaffen und gegen Atomwaffentests ein.
 
Pauling wurde am 28. Februar 1901 in Portland (Oregon) geboren. Nach dem Schulabschluss studierte er Chemieingenieurswesen am Oregon Agriculture College in Corvalis. 1922 erhielt er den Bachelors Degree und wechselte an das California Institute of Technology in Pasadena, wo er 1925 promovierte. Er ging anschließend ins Ausland und arbeitete bei verschiedenen renommierten Forschern in Europa, so z. B. bei Arnold Sommerfeld (München), Niels Hendrik Bohr (Kopenhagen), Erwin Schrödinger (Zürich) und Sir William Henry Bragg (London). 1927 kehrte er nach Pasadena zurück und nahm eine Stelle als Assistant Professor für Chemie an. 1931 wurde er ordentlicher Professor. Während des 2. Weltkrieges war Pauling für das amerikanische Militär tätig. Unter dem Eindruck der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki sowie der Entwicklungen des Kalten Krieges wurde Pauling ein Verfechter für die nukleare Abrüstung. In diesem Zusammenhang war Pauling Mitbegründer der Pugwash-Bewegung, dessen Gründungsmanifest er 1955 mit zehn anderen Forschern unterzeichnete. Von 1963 bis 1974 war Pauling an verschiedenen Universitäten tätig. Zuletzt arbeitete er von 1969 bis zu seiner Emeritierung 1974 an der Stanford University. Pauling gründete bereits 1973 das Linus Pauling Institut für Wissenschaft und Medizin. Der Chemiker starb im hohen Alter von 93 Jahren am 19. August 1994 in Big Sur (Kalifornien).
 
Pauling leistete bahnbrechende Arbeiten zur Theorie der chemischen Bindung. Hierzu führte er beispielsweise den Begriff der Elektronegativität in die Diskussion ein und suchte mit Hilfe von Prinzipien aus der Quantenmechanik den Aufbau und die Struktur von Molekülen zu erklären. Eng verbunden mit diesen theoretischen Arbeiten waren chemisch-physikalische Untersuchungen wie z. B. spektroskopische Methoden oder die Röntgenstrukturanalyse. Pauling untersuchte z. B. die Struktur des Hämoglobins und entdeckte, dass die Deformationen kranker Zellen bei Anämie durch einen genetischen Defekt bedingt sind und die Produktion des Hämoglobins beeinflussen. Für seine Forschungen über die chemische Bindung und die Entdeckung der a-Helixstruktur bei zahlreichen Proteinen erhielt Pauling 1954 den Nobelpreis für Chemie. In diese Zeit fiel auch Paulings Eintreten gegen Atomwaffentests. So warnte er beispielsweise die Weltöffentlichkeit vor den biologischen Gefahren radioaktiver Verseuchungen und reichte 1958 eine Petition bei den Vereinten Nationen ein, die auch von 11 000 anderen Wissenschaftlern unterzeichnet wurde. Für sein Engagement erhielt Pauling 1962 den Friedensnobelpreis. Der Laureat war damit nach Marie Curie der zweite Mensch, dem zwei Nobelpreise verliehen wurden. 
 

Seine populär gewordene Theorie, Erkältungen mit hohen Dosen von Vitamin C zu kurieren, blieb in der Fachwelt sehr umstritten. Pauling verfasste zahlreiche Werke und Schriften, so z. B. The Structure of Line Spectra (mit E. B. Wilson, 1930), The Nature of the Chemical Bond and the Structure of Molecules and Crystals (1948) und No More War (1958).